Symposium zum 70-jährigen Bestehen des Instituts: Die Publizistikwissenschaft an der FU Berlin und die (Folgen der) Studentenbewegung von 1968

Das Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft hat am 19. Oktober 2018 sein 70-jähriges Bestehen mit einem fachgeschichtlichen Symposium gefeiert. Das gleichzeitige Jubiläum der Studentenbewegung von 1968 bot den Anlass, auf die Proteste und deren Folgen am Institut zurückzublicken.

Rund 100 Gäste, die größtenteils als aktuelle oder ehemalige Studierende, Mitarbeiter*innen oder Professor*innen des Instituts in den Henry-Ford-Bau gekommen waren, verfolgten mit großem Interesse das einleitende Panel zu „Fachgeschichtlichen Perspektiven um 1968“: Irene Neverla präsentierte ihnen in einem Gesamtblick auf das Fach, wie die 68er kritische Perspektiven in die Kommunikationswissenschaft einbrachten und so etwa Genderforschung mit ermöglichten. Anschließend nahm Maria Löblich das Berliner Institut genauer in den Blick. Löblich zeigte, wie Studierende und dann der Mittelbau aufgrund struktureller Bedingungen Forschung und Lehre am Institut zunächst stark mitbestimmen konnten, diese Mitgestaltungsmöglichkeiten im Laufe der 1970er Jahre allerdings wieder verloren gingen. Aus persönlicher Sicht widmete sich Armin Scholl einem zentralen Thema der Studentenbewegung, das ihn auch als Institutsmitarbeiter in den 1990er Jahren noch beschäftigte. Er setzte sich mit der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit von Emil Dovifat, dem ersten Lehrstuhlinhaber am Institut, auseinander.

Einen visuellen Eindruck des Instituts um 1968 boten Studierende des Masters Medien und Politische Kommunikation, die aus Bildern und Videos in den Archiven der FU und des Landes Berlin einen Film zusammengestellt hatten.

Noch ein weiteres Jubiläum fiel mit den Feierlichkeiten des Instituts zusammen: Der 80. Geburtstag von Lutz Erbring, langjähriger Professor für Publizistik mit dem Schwerpunkt Theorie und Methoden der empirischen Kommunikationsforschung am Institut. Wolfgang R. Langenbucher ehrte ihn als „Amerikaner in Berlin“, der die sozialwissenschaftliche und internationale Orientierung der Kommunikationswissenschaft vorantrieb.

Nach der fachhistorischen Rückschau richtete sich die anschließende Podiumsdiskussion auf die Rolle kritischer Forschung und Medienpraxis angesichts aktueller Herausforderungen. Sevda Arslan, Christian Katzenbach, Matthias Spielkamp und Barbara Thomaß diskutierten mit Moderator Joachim Trebbe über die Aufgaben von Wissenschaft und Journalismus zwischen Objektivität und Aktivismus. Über die Beiträge tauschten sich die Gäste am Abend beim abschließenden Buffet in den Räumen des Instituts aus.

Studentisches Filmprojekt erstellt im Rahmen des MA-Seminars „Die Studentenbewegung und das Berliner Institut“ (Prof. Dr. Maria Löblich, Sommersemester 2018)

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