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Transitional Justice: Entstehung, Theorie und Praxis eines umstrittenen Konzeptes

(15144)

TypProseminar
Dozent/inSascha Menig
RaumGary 55/A
Beginn17.10.2019
Ende13.02.2020
Zeit

Donnerstag, 12.00 - 14.00 Uhr

Transitional Justice steht für Ansätze, wie mit der Vergangenheit nach gewalttätigen Konflikten oder autoritären Regimen und den dabei begangenen Menschenrechtsverbrechen umgegangen werden kann. Im Vordergrund steht der Aufbau einer friedlichen, demokratischen und auf Rechtsstaatlichkeit beruhenden Gesellschaftsordnung. Dabei werden verschiedene Prozessen, Mechanismen und Institutionen entwickelt, um geschehenes Unrecht zu verarbeiten, wiedergut zu machen und/oder zu bestrafen. Hierzu zählen etwa Gerichtsverfahren, Wahrheitskommissionen, Reparationen für Opfer der Verbrechen sowie die Reform institutioneller und politischer Strukturen. Heute gilt Transitional Justice als ein wichtiger Bestandteil weltweiter Friedensprozesse und ist zu einer bedeutenden Schnittstelle zwischen der Demokratisierung und Rekonstruktion von Post-Konfliktstaaten geworden. Allerdings hat auch die Kritik an TJ weltweit zugenommen. So sind zentrale Ideen und Konzepte umstritten, die Wirksamkeit von TJ ist nur unzureichend empirisch belegt und geschlechterspezifische Ansätze werden bisher nur unzureichend beachtet. Kritiker*innen argumentieren u.a., TJ sei ein auf westlichen Werten beruhendes Konzept politischen Wandels, welches alternative Vorstellung von gesellschaftlicher Ordnung marginalisiert. Ziel des Seminars ist es, die Studierenden mit den aktuellen Debatten des interdisziplinären Forschungsfeldes zu TJ vertraut zu machen und eine kritische Auseinandersetzung zu ermöglichen. Der erste Teil des Seminars widmet sich deshalb der Entstehungsgeschichte, den theoretischen Ansätzen sowie den (normativen) Grundannahmen und Zielen (z.B. Wahrheit, Gerechtigkeit, Versöhnung, Demokratisierung) von Transitional Justice. Außerdem sollen die Instrumente und Mechanismen diskutiert werden, mittels derer diese Ziele erreicht werden sollen. Der zweite Teil des Seminars bietet Raum für eine kritische Auseinandersetzung mit TJ-Prozessen weltweit. Aktuelle Herausforderungen und Entwicklung werden im dritten Teil des Seminars diskutiert

SFB 700
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