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Textvorlage Lehrauftrag

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2007

 

Oliver Trisch/ Anne Winkelmann

 

Anti-Bias. Ein erfahrungsorientierter Ansatz der Antidiskriminierungsarbeit.

 

Do, 10.5.07 und 21.6.07 18:00 Uhr

Blockveranstaltung: nach Absprache

Wichtig ist eine Anmeldung unter: a.winkelmann@anti-bias-werkstatt.de

 

Kommentar:

 

Das englische Wort Bias bedeutet Voreingenommenheit, Schieflage oder Vorurteil. Anti-Bias zielt darauf, eine durch Einseitigkeit und Voreingenommenheit entstandene Schieflage ins Gleichgewicht zu bringen und Diskriminierungen abzubauen. Ziel der Anti-Bias-Arbeit ist die intensive erfahrungsorientierte Auseinander­setzung mit Macht und Diskriminie­rung so­wie das ‚Verlernen’ von unterdrü­ckenden und dis­kriminie­renden Kommunikations- und Interaktions­formen. Der Ansatz geht davon aus, dass jede/r Vorurteile hat. Es liegt die Annahme zugrunde, dass Vorurteile und Diskriminierungen nicht als individuelle Fehlurteile zu sehen sind, sondern in der Gesell­schaft als Ideologien institutio­nalisiert sind und von den Subjekten erlernt werden. Dementsprechend  können darauf basierende Verhaltensweisen wie­der ‚verlernt’ und institutionali­sierte unterdrückende Ideologien aufgedeckt und hinterfragt wer­den. Anti-Bias nimmt explizit die Verzahnung und Vernetzung verschiedener Dimensionen von Diskriminierung (z.B. Sexismus und Rassismus) in den Blick.

Der Ansatz wurde von Louise Derman-Sparks in den USA speziell für die Kleinkindpädagogik konzipiert und in Südafrika für die Erwachsenenbildung weiterentwickelt. Dort galt es nach der gesetzlichen Abschaffung der Apartheid den „Rassismus in den Köpfen“ zu bearbeiten. Es wurden Lerneinheiten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene entwickelt und Multiplikator(inn)en ausgebildet. In den 1990er Jahren kam der Ansatz nach Deutschland und wird hier sowohl im Elementarbereich als auch in der Erwachsenenbildung eingesetzt.

Im Rahmen des Seminars werden wir sowohl theoretische Grundlagen der Arbeit mit Anti-Bias diskutieren, als auch ausgewählte Methoden des Ansatzes im Rahmen eines Blockseminars gemeinsam anwenden.

Die DozentInnen des Seminars sind aktiv in der Anti-Bias-Werkstatt, welche 2002 gegründet wurde und ihren Sitz in Berlin hat. Die Werkstatt arbeitet sowohl an der theoretischen Fundierung und Adaption des Ansatzes für den deutschen Kontext, als auch an der praktischen Umsetzung in Form von Seminaren mit unterschiedlichen Zielgruppen.

Literaturhinweise und Informationen zum Ansatz unter: www.anti-bias-werkstatt.de