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Strategien von Zivilgesellschaft und politischer Bildung gegen Rechtsextremismus (Miro Jennerjahn)

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2007/2008

 

Dipl.-Pol Miro Jennerjahn

 

Strategien von Zivilgesellschaft und politischer Bildung gegen Rechtsextremismus

Fr. 19.10., 26.10., 2.11., 15.2. 18 – 20 Uhr

Blockveranstaltungen 8.12. und 12.1.

Kommentar:

In der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Ansätze zur Problemlösung entwickelt. Diese richten sich häufig an Jugendliche zur Auseinandersetzung mit Themen wie Vorurteile, Diskriminierung und Rassismus oder an sog. MultiplikatorInnen im Sinne der Aufklärung und Sensibilisierung gegenüber z. B. rechtsextremer Symbolik, Musik oder Ideologie. Zumdem wurden in der Folge des “Aufstands der Anständigen” und den daraus resultierenden Förderprogrammen gegen Rechtsextremismus, insbesondere in Ostdeutschland, zivilgesellschaftliche Institutionen gegründet oder in ihrer Arbeit gestärkt, deren Schwerpunkt die Förderung „demokratischer Alltagskultur“ durch Aktivierung von BürgerInnenbeteiligung ist. Die Arbeit gegen Rechtsextremismus sieht sich jedoch mit dem Problem von sich zunehmend verfestigenden rechtsextremen Strukturen und der fortschreitenden gesellschaftlichen Verankerung der NPD im kommunalen Raum konfrontiert.

Das Seminar setzt sich inhaltlich mit folgenden Fragen auseinander: Welche aktuellen Entwicklungen lassen sich gegenwärtig im Rechtsextremismus ausmachen? Welchen Beitrag kann politische Bildung und Zivilgesellschaft zur Problemlösung leisten? Welche Grundannahmen zum Thema Rechtsextremismus liegen den unterschiedlichen Ansätzen zu Grunde (bezüglich Alter, Geschlecht, Verbreitung, etc.)?

Ein zweiter Seminarschwerpunkt liegt in der Entwicklung von Handlungskonzepten für die Arbeit gegen Rechtsextremismus. Die Teilnehmenden sollen in Kleingruppen eigene Lösungsansätze für die Praxis politischer Bildungsarbeit und zivilgesellschaftlicher Projektarbeit gegen Rechtsextremismus erarbeiten, die Gegenstand einer abschließenden Diskussion sein werden.

Nach drei Einführungssitzungen wird das Seminar in zwei Sitzungen als Blockseminar im Dezember und Januar weitergeführt. Bei Interesse der Teilnehmenden kann zusätzlich der Besuch einer zivilgesellschaftlichen Institution in Sachsen (z. B. Netzwerk für Demokratische Kultur e.V. Wurzen oder Aktion Zivilcourage e.V. Pirna) und ein Gespräch mit einem/einer Abgeordneten des Sächsischen Landtags organisiert werden.

Erwünscht sind Grundkenntnisse über Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland und Interesse an der politischen Bildungsarbeit.

Literatur:

Richard Stöss 2005: Rechtsextremismus im Wandel, Berlin (kostenlos bei der Friedrich-Ebert-Stiftung erhältlich).

Oliver Decker, Elmar Brähler 2006: Vom Rand zur Mitte. Rechtsextreme Einstellungen und  ihre Einflussfaktoren in Deutschland, Berlin (kostenlos bei der Friedrich-Ebert-Stiftung erhältlich).

Toralf Staud 2007: Moderne Nazis. Die neuen Rechten und der Aufstieg der NPD, Bonn (über die Bundeszentrale für Politische Bildung erhältlich).

Andreas Klärner, Michael Kohlstruck 2006: Moderner Rechtsextremismus in Deutschland, Bonn (bei der Bundeszentrale für Politische Bildung erhältlich).