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Offenen Hörsaal "Der Atomkonflikt in Deutschland - bis in alle Ewigkeit"

In diesem Sommersemester findet diese vom FFU organisierte Vorlesungsreihe vom 10.04. – 10.07.2019 jeden Mittwoch von 17-19 Uhr statt. Je nach Veranstaltungstermin wird die Veranstaltung im Seminarzentrum, Raum L115 und L116, Otto-von-Simson-Str. 26, 14195 Berlin ODER im Raum KL25/134, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin abgehalten.

Das Programm finden Sie hier. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostet keinen Eintritt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. ALLE Interessierten sind herzlich eingeladen!

News vom 02.04.2019

Über Jahrzehnte hinweg war die Nutzung der Atomenergie in der Bundesrepublik Deutschland umstritten und hat zu einer beispiellosen gesellschaftlichen Polarisierung geführt. Die Frage des Umgangs mit dem hochradioaktiven Atommüll spielte in diesem Konflikt stets eine zentrale Rolle, wie auch die Proteste um den Transport von Castor-Behältern mit hochradioaktiven Abfällen nach Gorleben aufs deutlichste zeigten. Nach dem Gorleben-Moratorium und dem sogenannten Atomausstieg, der für 2022 festgeschrieben wurde, ist Bewegung in die Debatte gekommen. Das Standortauswahlgesetz (StandAG) wurde nach einem breiten Parteienkompromiss verabschiedet, die Behördenstruktur wurde neugestaltet und ein Nationales Begleitgremium (NBG) für die Standortsuche eingerichtet. Die Diskussionen zwischen Entscheidungsträger* innen und der Anti-Atom-Bewegung oder mit der Öffentlichkeit haben sich seither deutlich intensiviert.

Auffallend an den vielfältigen Prozessen ist, dass alle Bemühungen um eine erfolgversprechende Standortsuche im wahrsten Sinne des Wortes von der Vergangenheit eingeholt werden. Die jahrzehntelange Polarisierung, die den „Atomkonflikt“ in Deutschland zwischen dem Staat und der Nuklearindustrie auf der einen und der Anti-Atom- Bewegung auf der anderen Seite prägten, wirkt bis heute in alle noch so versöhnlich klingenden Bemühungen eines „Neustarts“ hinein.

Die Veranstaltung will in diesem Zusammenhang einen Beitrag zur Aufarbeitung der Vergangenheit leisten, jedoch nicht dabei stehen bleiben. Die Erinnerungen an Vergangenes sollen vielmehr dabei helfen, dass wir uns daran erinnern, was besser gemacht werden kann und was noch zu tun ist. Auch die neuen politischen Bemühungen um den „Neuanfang“ werden aus diesem Blickwinkel betrachtet. Nach den Auftaktveranstaltungen, die ins Thema einführen, folgt gemäß dieser „Dramaturgie“ ein Blick in die Geschichte des Atomkonflikts, bevor sich die Vorlesungsreihe der Zukunft zuwendet. Die jeweiligen Veranstaltungen sind dialogisch gestaltet, der Titel „Atomkonflikt in Deutschland“ wird quasi zum Programm. Unterschiedliche Positionen sollen von den Referent*innen vorgetragen werden. Daraufhin sollen sie untereinander und mit dem Publikum ins Gespräch kommen.

Die Veranstaltung wird organisiert vom Forschungszentrum für Umweltpolitik (FFU) an der Freien Universität Berlin und unterstützt vom Forschungsprojekt SOTEC-radio sowie dem Netzwerk Nukleares Gedächtnis (NeNuG).

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