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„Mit kühlem Kopf in heiße Zeiten“: Wie Governance durch integrative Visionen (GoIngVis) Städte auf ihrem Weg zur Hitzeresilienz unterstützen kann

Projektleitung:
Förderung:

BMBF

Projektlaufzeit:
01.10.2018 — 30.09.2021
Ansprechpartner/in:
Klaus Jacob

Städte sind vielfältig vom Klimawandel betroffen und sollten daher Strategien entwickeln, um sich auf Extremwetterereignisse vorzubereiten. Bisher werden Strategien für kleine Städte in der Adaptationsforschung jedoch kaum adressiert. Im Vergleich dazu liegen in den meisten Großstädten mittlerweile Strategien vor, die vielfach von regionalen Forschungseinrichtungen unterstützt werden. Diese Kapazitäten fehlen in kleinen Städten. Das Ziel des Vorhabens ist es daher, gemeinsam mit Kleinstädten transdisziplinäre und partizipative Visionsprozesse durchzuführen, um deren Resilienz gegenüber Hitze zu verbessern und insbesondere Verhalten und soziale Praktiken zu beeinflussen.

Die Anpassung an Hitzewellen ist eine besondere Herausforderung für kleine Städte: Zwar ist das Phänomen von sogenannten Hitzeinseln in kleinen Städten weniger ausgeprägt, aber auch dort gibt es vielfältige Betroffenheit, von Gesundheitsbeeinträchtigungen über geschädigte Infrastrukturen bis hin zur Verminderung der Produktivität.

Adaptionsstrategien fokussieren häufig auf Aspekte der Stadtplanung und bauliche Veränderungen. Gerade im Umgang mit Hitze gibt es aber auch zahlreiche verhaltensbezogene Maßnahmen. Um diese zu initiieren und zu koordinieren sollen Visionen von hitzeresilienten Städten gemeinsam durch Kommunen und Forschung erarbeitet werden. Dazu wird evaluiert, ob von diesen Visionen und ihrem Erarbeitungsprozess bereits eigenständige Wirkungen zur Förderung der Hitzeresilienz ausgehen.

In der bewilligten Definitionsphase (01.03.2017 — 28.02.2018) entwickelte das Projektteam gemeinsam mit den beiden Partnerstädten Uebigau-Wahrenbrück/Bad Liebenwerda (Brandenburg) und Boizenburg/Elbe (Mecklenburg-Vorpommern):

  • eine transdisziplinäre Situationsanalyse (in Form von Umfeldszenarien),
  • Konzepte zum Umgang mit Hitze für die partizipative Entwicklung von Visionen/Leitbildern mit besonderem Fokus auf häufig marginalisierte Personengruppen,
  • einen Antrag auf ein Verbundvorhaben mit den beiden Städten und einem erweiterten Forschungsteam auf Förderung der F&E Phase.

Die Definitionsphase ist abgeschlossen und die Ergebnisse werden in Bürgerversammlungen und weiteren geeigneten Formaten vorgestellt, sowie in einer wissenschaftlichen Veröffentlichung publiziert.

In der bewilligten F&E Phase wird das Anwendungspotenzial von Visionen und Visionsprozessen als Instrument getestet, um auf die spezifischen Anpassungserfordernisse von peripheren Kleinstädten in Bezug auf Hitzeresilienz reagieren zu können. Dabei sind die Ziele des Vorhabens:

  • gemeinsam mit den Bürgern und Bürgerinnen der Städte eine Visionsentwicklung für die einzelnen Städte ist zu erarbeiten, um Beteiligte für die eigene Betroffenheit und Handlungsmöglichkeiten zu sensibilisieren und Gestaltungsmöglichkeiten in der Stadt aufzuzeigen, um damit auch die Beteiligungskultur zu stärken,
  • die Visionen als Anpassungsinstrument anschließend zu evaluieren und in ihrer Wirkung zu untersuchen,
  • innovative sozial-koordinative Maßnahmen zu Hitzeresilienz zu entwickeln
  • den Transfer von Ergebnissen in andere Städte durch ein Online-Tool, Vernetzung und Publikationen zu ermöglichen.