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Neue Publikation zu Rechenschaftspraktiken durch Proxys beim Abbau natürlicher Ressourcen in Rentierstaaten

Kramarz, Teresa, Mason, Michael, Partzsch, Lena 2022: Proxy-led accountability for natural resource extraction in rentier states, Environmental Politics, online first, doi.org//10.1080/09644016.2022.2044219

News vom 01.03.2022

Die Literatur über den Ressourcenfluch legt nahe, dass in fragilen Staaten, die von Rohstoffrenten abhängig sind, öffentliche Rechenschaftsstrukturen schwach sind. Als Grund wird eine von Eliten kontrollierte politische Ökonomie angenommen, gleichgültig gegenüber sozialen und ökologischen Problemen. Der Artikel untersucht, wie Stellvertreter:innen - sogenannter Proxys – von außerhalb Regierungen und Unternehmen im Namen der Bevölkerung, die negativ vom Ressourcenabbau betroffenen ist, zur Verantwortung ziehen. Diese Konzeptualisierung wird erläutert am Beispiel der Mobilisierung durch Proxys gegen Bergbauschäden in der Demokratischen Republik Kongo. Dabei lässt sich eine „Sanduhr“-Struktur des Engagements von Proxys und betroffener Bevölkerung feststellen: In einer ersten Phase definieren die Proxys, sich auf öffentliche Mechanismen stützend, aus der Ferne Standards. In einer zweiten Phase „verringert“ sich die Kluft zwischen Proxys und betroffener Bevölkerung, wenn es darum geht, Informationen über die Einhaltung der Standards zu erhalten. In einer dritten Phase wird diese Kluft jedoch wieder „größer“, wenn die Proxys die verantwortlichen Akteure aus der Ferne sanktionieren. Die Anwendbarkeit des heuristischen Rahmens wird für Rechenschaftspraktiken durch Proxys in anderen von natürlichen Ressourcen abhängigen Rentierstaaten diskutiert.

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