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Ausgeschriebene Abschlussarbeiten

Die Arbeitsstelle Mediennutzung sucht engagierte Studierende, die ihre Abschlussarbeit (vorzugsweise Masterarbeiten) zu einem der folgenden Themen schreiben möchten:

  • Bachelor-(Medieninformatik) bzw. Masterarbeit im Bereich "Data Analytics": Am IfPuK werden für verschiedene Forschungsprojekte regelmäßig Telefonbefragungen durchgeführt. Dabei ist eine zentrale Herausforderung, angerufene Personen möglichst zur Teilnahme zu bewegen, um die Repräsentativität des Datensatzes (gemessen an der „Ausschöpfungsquote") so hoch wie möglich zu halten. Aus diesen Projekten liegen große Datensätze (jeweils mehrere hunderttausend Fälle) vor, die eine Reihe von Meta-Informationen zu Anrufversuchen enthalten (Wochentag, Uhrzeit, Nr. des Anrufversuchs, vorherige Anrufergebnisse, Merkmale von Interviewern etc.). Gegenstand der Arbeit ist es, diese Metadaten auf Muster zu untersuchen, die Vorhersagen von positiven (Interviewteilnahme) und negativen (Verweigerung) Ergebnissen zulassen. Daraus sollen Regeln abgeleitet werden, mit deren Hilfe die Gewinnung von Teilnehmern für zukünftige kommunikationswissenschaftliche Befragungen optimiert werden können.

  • Absolventenstudie: Nach Einführung der neuen Bachelor- und Master-Abschlüsse haben sich die Studienbedingungen für Studierende unserer Fächer in vielerlei Hinsicht verändert; während das BA-Studium einen frühen berufsqualifizierenden Abschluss erlauben soll, sind in Masterstudiengängen vielfältige Spezialisierungen möglich. Der tatsächliche Erfolg dieses Systems – in Form von rückblickender Bewertung des Studiums, Erfolg auf dem Arbeitsmarkt, beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten etc. – muss systematisch untersucht werden. Betreut würden diese Arbeiten von Prof. Dr. Martin Emmer und Prof. Dr. Joachim Trebbe.
  • Sekundäranalyse zu politischer Online-Partizipation junger Menschen: Im Rahmen der Forschungsarbeit in der Forschungsgruppe 13 am Weizenbaum-Institut widmen wir uns der Frage nach Faktoren und Formen politischer Partizipation online insbesondere bei jungen Menschen. In diesem Zusammenhang liegen mehrere aktuelle Datensätze vor, die Informationen zu Mediennutzungsverhalten, Motivationen, bürgerschaftlichen Idealen sowie zu typischen sozioökonomischen Variablen insbesondere von Jugendlichen und jungen Erwachsenen enthalten. Der Forschungsstand zu diesem Thema ist vielfältig, allerdings liegen wenige Studien dazu vor, die die Einflüsse von Faktoren wie Wohnort (z. B. Stadt/ Land) sowie Bildungs- und Migrationshintergrund auf die Motivation zu und Formen von politischer Partizipation untersuchen. Diesen und/ oder anderen Fragen könnte im Rahmen von quantitativen oder Mixed-Method-Ansätzen in einer Masterarbeit nachgegangen werden. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Prof. Dr. Martin Emmer.

Darüber hinaus können Abschlussarbeiten im Rahmen des Forschungsprojekts "NOHATE – Bewältigung von Krisen öffentlicher Kommunikation im Themenfeld Flüchtlinge, Migration, Ausländer" angefertigt werden.

  • Netiquetten und Nutzungsbedingungen: Hate Speech und andere Formen unziviler Kommunikation sind in den vergangenen Jahren zu einem erheblichen Problem in sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter, YouTube) und den Kommentarbereichen vieler Online-Medien geworden. Einige Seitenbetreiber versuchen, dieser negativen Entwicklung durch eine verstärkte Regulierung der Debattenkultur in sogenannten Netiquetten sowie zum Teil auch in den Nutzungsbedingungen entgegenzutreten. Bisher fehlt es noch an Forschung zu diesem Thema, weshalb hier noch viele wichtige Forschungsfragen offen sind: Welche Normen und Regeln werden etwa gesetzt? Wo gibt es Unterschiede, wo Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Plattformen und Online-Medien? Welche Schwerpunkte werden gesetzt, welche Grenzen gezogen? Und wie werden die aufgestellten Regeln durchgesetzt? Diesen und/oder anderen Fragen könnte im Rahmen einer qualitativen Inhaltsanalyse im Rahmen einer Masterarbeit nachgegangen werden. 

Bei den folgenden Themen handelt es sich um Vorschläge für Abschlussarbeiten mit Anknüpfung an den Forschungsschwerpunkt Digital Africa. Andere Ideen, die sich innerhalb dieses Forschungsfeldes bewegen, werden begrüßt. Die Beantragung von Stipendien für Forschungsaufenthalte in Subsahara-Afrika (SSA) wird von der Arbeitsstelle unterstützt.

  • Forschungsstand zur Verbreitung von IKT in Subsahara-Afrika: Das Potenzial neuer Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) für die Entwicklung SSAs scheint vor dem Hintergrund des derzeitigen „Mobilfunk-Booms“ enorm. Gesichertes Wissen darüber, wie die neuen Technologien den afrikanischen Kontinent südlich der Sahara nachhaltig verändern, ist jedoch begrenzt. Zwar liegen Basisdaten zur Verfügbarkeit und Anwendung von IKT vor - bislang jedoch nur in stark fragmentierter Form. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welches Wissen durch die bislang durchgeführte Forschung generiert werden kann. Welche Informationen liefert der derzeitige Forschungsstand beispielsweise dazu, wie sich IKT auf das gesellschaftliche Gefüge (bezüglich Gender, marginalisierte Gruppen etc.) der Region auswirken? Die sorgfältige Aufarbeitung der vorhandenen Studien würde eine wichtige Grundlage für weitere Forschungsaktivitäten schaffen. Die Verfassung der Arbeit in englischer Sprache wird begrüßt. Die Anforderung der Abschlussarbeit kann sowohl auf einen Bachelor- als auch Masterstudierenden zugeschnitten werden.

  • Inhaltsanalyse zur Berichterstattung über Flüchtlinge in deutschen und kenianischen Medien: Viele Wochen gab es in deutschen Medien augenscheinlich nur ein Thema: Die Flüchtlingskrise. Mit dem humanitären Debakel ging eine stark aufgeladene, polarisierende öffentliche Debatte einher, die vor allem von den Vertretern der sogenannten „Willkommenskultur“ und Pegida-Anhängern geprägt zu sein schien. Kenia ist vor allem aufgrund der Konflikte in den benachbarten Krisenstaaten, Somalia und Süd-Sudan, für hunderttausende Menschen zum Zufluchtsort geworden ist. Das Flüchtlingslager Dadaab an der Grenze zu Somalia ist mit 350.000 registrierten Flüchtlingen das größte der Welt. Doch haben die kenianischen Journalisten diesem Thema ebenso viel Aufmerksamkeit geschenkt wie ihre deutschen Kollegen? Anhand einer Inhaltsanalyse könnte untersucht werden, welchen Umgang die jeweiligen nationalen Medien mit der Flüchtlingsthematik pflegen und welche Ähnlichkeiten und Unterschiede die Medienberichterstattung aufweist. Vor diesem Hintergrund würde ein Längsschnittdesign weitere Erkenntnisse liefern. Untersucht werden könnte in diesem Zusammenhang, inwiefern islamistischer Terror (die Anschläge in Paris, das Massaker an der kenianischen Universität Garissa) die Medienöffentlichkeit der Länder beeinflusst hat. Die Verfassung der Arbeit in englischer Sprache wird begrüßt. Das Thema dieser Abschlussarbeit bietet sich vor allem für Masterstudierende an.

  • Case-Studies: IKT und Entwicklung in Subsahara-Afrika: Während manche innovativen IKT-Anwendungen in SSA, wie das Mobile-Banking-System MPesa oder die Crowdsource-Plattform Ushahidi, einige Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnten, führen andere bislang ein Schattendasein. Beispielsweise digitales crowd-sourced-Mapping von Slumgebieten ist in der politischen Kommunikationsforschung bislang unterbelichtet. Dabei tragen solche Projekte erheblich zum „Empowerment“ der Bevölkerung bei und lassen sich im weitesten Sinne der politischen Partizipation zuordnen: Denn mithilfe von IKT übernehmen die Slum-Bewohner Aufgaben, denen der Staat nicht gerecht wird. Case-Studies über die Anwendung von IKT sind ebenso in anderen Bereichen, wie etwa Health, Governance oder Business, möglich. Anhand einer qualitativen Befragung bezüglich eines spezifischen Projekts können Einblicke in die Organisationsform und Ausführung von IKT-Projekten in SSA gewährt werden, ebenso wie diese theoretisch verankert werden sollen. Die Verfassung der Arbeit in englischer Sprache wird begrüßt. Die Anforderung der Abschlussarbeit kann sowohl auf einen Bachelor- als auch Masterstudierenden zugeschnitten werden. 

Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Prof. Dr. Martin Emmer.

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