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Der deutsch-französische Bilateralismus im Prozess der Europäischen Integration

Die Aussöhnung von Deutschen und Franzosen vor 60 Jahren war eine Grundvoraussetzung für die Gründung der Montanunion und seitdem wurde dem deutsch-französischen Bilateralismus immer wieder eine besondere Rolle für den Prozess der europäischen Integration zugeschrieben. Erst nach dem Ende der Nachkriegsordnung sind die Zweifel an dieser privilegierten Rolle gewachsen.Angesichts der hohen Komplexität und Intensität der deutsch-französischen Beziehungen kann der Frage nach ihrer Entwicklung und Bestandskraft in vielfältiger Form nachgegangen werden. So kann die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern auf politischer oder gesellschaftlicher Ebene betrachtet werden. Ebenso können unterschiedliche Politikfelder und verschiedene zeitliche Abschnitte in den Mittelpunkt des Interesses gestellt werden. Nicht zuletzt müssen Maßstäbe für die Bewertung der deutsch-französischen Zusammenarbeit festgesetzt werden.Das Proseminar soll sich auf die politischen Beziehungen konzentrieren und dabei die europapolitischen Wirkungen des deutsch-französischen Bilateralismus in den Mittelpunkt stellen.

Im historischen Rückblick soll danach gefragt werden, inwieweit sich die deutsch-französische Zusammenarbeit in den verschiedenen Phasen eher bremsend oder eher fördernd auf den europäischen Integrationsprozess ausgewirkt hat. In einem zweiten Schritt sollen die Begründungszusammenhänge untersucht werden, die zur Erklärung der positiven oder negativen europapolitischen Wirkungen des deutsch-französischen Bilateralismus herangezogen werden können. Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei die Akteure, das bilaterale “institution building“ und die transnationale Verflechtung, sowie die europapolitischen Leitbilder, die Entwicklung der Präferenzen in einzelnen Politikfeldern und nicht zuletzt die externen politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen. Schließlich soll am Beispiel zentraler Problemfelder, wie z.B. der Klimapolitik, der Erweiterungspolitik, der europäischen Nachbarschaftspolitik der Entwicklung der GASP und der ESVP oder der finanz- und wirtschaftspolitischen Regulierung in der Eurozone die europapolitische Gestaltungskraft des deutsch-französischen Paares unter die Lupe genommen werden.Einführende Literatur: Gilbert Ziebura, Gilbert Ziebura, Die deutsch-französischen Beziehungen seit 1945: Mythen und Realitäten, Klett-Cotta, 1997. Alistair Cole, Franco-German Relations, London, 2001.

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TypProseminar
Dozent/inDr. Sabine von Oppeln
Zeit

Do 12 - 14 Uhr