Werte ohne Wirkung? Die EU und Demokratie in ihren Mitgliedsländern

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TypProseminar
Dozent/inKai Striebinger
RaumIhnestr. 22 / UG 3
Zeit
Do 10.00 - 12.00

Die Europäische Union (EU) begreift sich als Hort der Demokratie und Menschenrechte. Dennoch sind demokratische Strukturen nicht in allen Mitgliedsländern gefestigt – oder werden in Frage gestellt. Das ungarische Mediengesetz, die italienischen Besitzverhältnisse im Mediensektor oder auch die rechtspopulistischen Aktivitäten von Jorg Haider in Österreich haben in der Vergangenheit das löchrige Fundament der „europäischen Wertegemeinschaft“ verdeutlicht. Und das, obwohl sich alle Länder zur Demokratie bekannt haben.

Im Seminar werden die Studierenden zunächst in die theoretisch-konzeptionellen Grundlagen eingeführt, die die Untersuchung der Wirkung von festgeschriebenen demokratischen Standards auf regionaler Ebene für die Mitgliedstaaten ermöglichen. Ansätze der Europäisierungsforschung (‚top-down‘, ‚bottom-up‘) dienen hierbei als Ausgangspunkt. Ziel ist die Erarbeitung eines gemeinsamen Analyserahmens, der Faktoren identifiziert, die die Umsetzung des Integrationsprozesses in nationalstaatliche Regelungen beeinflussen. Im empirischen Teil wird sodann die unterschiedliche Erklärungskraft dieser Faktoren anhand von vergleichenden Fallstudien bestimmt. Dabei sollen sowohl längerfristige Prozesse der demokratischen Konsolidierung als auch akute Krisenereignisse untersucht werden.

Referenzpunkte bilden gleichfalls regionale Integrationsbemühungen in anderen Teilen der Welt. Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) verfolgt, zum Beispiel, seit einigen Jahren umfassende Maßnahmen, demokratische Strukturen in ihren Mitgliedsländern zu stabilisieren.

 

Für die Seminarteilnahme werden grundlegende Kenntnisse über den europäischen Integrationsprozess und die EU-Mitgliedstaaten vorausgesetzt. Zudem ist die Beherrschung der englischen Sprache notwendig für die Teilnahme, da die Seminarliteratur vielfach in Englisch verfasst ist.