Global Governance und EU in der Wirtschaftspolitik

(15360)

TypHauptseminar
Dozent/inMiriam Hartlapp
RaumGarystraße 55 Seminarraum B
Zeit

Do 8-10 Uhr

Mit zunehmender Interdependenz von Nationalstaaten nimmt ihre Souveränität ab. Im Kontext der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise ist besonders in der internationalen Wirtschafts- und Sozialpolitik der Ruf nach ‘Global Governance’ deutlich zu vernehmen. ‘Global governance’ beschreibt dabei ein komplexes System aus nationalen Regierungen und supranationalen Akteuren, internationalen Nichtregierungsorganisationen und multinationalen Unternehmen, aber auch Netzwerke und komplexes transnationales Handeln. Warum entsteht ‘global governance’ in der Wirtschafts- und Sozialpolitik? Was sind die zentralen Politikbereiche und Akteure und welche Rolle spielt die EU? Was wissen wir über ihre Macht, Interessen und Ideen? Im Seminar wird zunächst in grundlegende theoretische Perspektiven der Kooperation zwischen Staaten eingeführt, dabei werden die jeweiligen Grenzen ihrer Erklärungskraft für ‚global governance‘ identifiziert. Im nächsten Block wird die Perspektive auf Konzepte ausgedehnt, die explizit eine Bandbreite staatlicher und nicht-staatlicher Akteure in den Blick nehmen, die im globalen System interagieren. Die erarbeiteten Konzepte werden dann auf die empirische Analyse einer Reihe von Politikfeldern angewandt: internationale Handelspolitik, Steuern, Währungspolitik, Finanzmärkte und Sozialstandards. Ziel der Veranstaltung ist, ein theoretisch und empirisch differenziertes Bild der komplexen Interaktion von internationalen und europäischen wirtschafts- und sozialpolitischen Institutionen und Akteuren in einem komplexen Mehrebenensystem zu vermitteln. Voraussetzungen: Vertrautheit mit klassischen Theorien internationaler Beziehungen und europäischer Integration sowie grundlegenden Konzepten der Politikfeldanalyse.