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Allgemeines zur Arbeitsstelle Psychologische Anthropologie mit dem Schwerpunkt Emotions- und Affektforschung

Streetart, Kupang, Indonesia 2019

Streetart, Kupang, Indonesia 2019
Bildquelle: Thomas Stodulka

Die Psychologische Anthropologie ist an der Schnittfläche von drei Disziplinen angesiedelt: Ethnologie/Sozial- und Kulturanthropologie, Psychologie und Psychiatrie. Ihr Erkenntnisinteresse gilt zum einen der Frage inwieweit Menschen in ihrem Denken, Verhalten, Handeln sowie ihrer Emotionalität und ihren (inter)subjektiven Erfahrungen durch das sozio-kulturelle Umfeld und politische Ökonomien geprägt werden, in welchem sie heranwachsen bzw. leben; zum anderen richtet sie ihre Aufmerksamkeit auch auf die umgekehrte Perspektive, d.h. auf die bio-psychologischen Ermöglichungsbedingungen von Kultur und Sozialität.

Der Lehr- und Forschungsschwerpunkt „Psychologische Anthropologie“ ist am Institut der Sozial- und Kulturanthropologie der Freien Universität durch Prof. Dr. Birgitt Röttger-Rössler aufgebaut und etabliert worden, wobei von Beginn an ein besonderer Akzent auf der Emotionsforschung lag.

Die Erforschung menschlicher Emotionalität und Affektivität ist in den letzten Jahren verstärkt in den Interessenfokus einer Vielzahl verschiedener natur-, geistes-, und sozialwissenschaftlicher Fächer gerückt und etabliert sich auch zunehmend als bedeutendes sozial- und kulturanthropologisches Forschungsfeld. Dies spiegelt sich unter anderem in der Arbeit des von der DFG geförderten Sonderforschungsbereichs „Affective Societies: Dynamiken des Zusammenlebens in bewegten Welten“ (Sprecherin Prof. Dr. Birgitt Röttger-Rössler) an der Freien Universität Berlin wider. Dieser interdisziplinäre Forschungsverbund untersucht die Bedeutung von Emotionen und Affekten in den hochgradig mobilen und vernetzten Gesellschaften des 21. Jahrhunderts. Im Zusammenhang mit der Arbeit des Sonderforschungsbereiches „Affective Societies ist in jüngster Zeit auch das Verhältnis zwischen Emotionen (semantisierte, kodifizierte Gefühle) und Affekten (nicht-semantisierte, vor-bewusste Gefühle) zu einem expliziten Forschungsgegenstand innerhalb der Arbeitsstelle geworden. Ein weiterer Schwerpunkt fokussiert – aus einer stärker sozialtheoretischen Perspektive – die affektiven Dynamiken in sozialen und politischen Bewegungen. Mit diesem Ansatz soll Einblick in die Rolle von Emotionen in sozialen Desintegrations- und Kohäsionsprozessen gewonnen werden.

Durch die Berufungen von Jun-Prof. Dr. Thomas Stodulka (2016) und von Prof. Dr. Anita von Poser (2021), die beide in der psychologischen Anthropologie ausgewiesen sind, hat die Arbeitsstelle mittlerweile eine deutliche Erweiterung erfahren.

Die Forschungsaktivitäten der Arbeitsstelle konzentrieren sich gegenwärtig auf folgende Bereiche:

  • Emotion und Sozialisation im Kulturvergleich sowie in transnationalen Feldern
  • Emotion, Migration und Alter(n)
  • Methoden der Emotions- und Affektforschung
  • Emotion und Affekt in der Forschung
  • Emotion und Affekt im Kontext von Big Data-Diskursen und Datenmanagement
  • Psychologische Anthropologie und Global Mental Health

Die aus den Aktivitäten der Arbeitsstelle hervorgegangene Buchreihe EmotionsKulturen / EmotionCultures (transcript) versammelt Monographien und Sammelbände, die auf neuester sozial- und kulturanthropologischer sowie transdisziplinärer Emotionsforschung basieren.

Die Buchreihe wird herausgegeben von Prof. Dr. Birgitt Röttger-Rössler und Prof. Dr. Anita von Poser.

Im Jahr 2016 wurde die AG Psychological Anthropology der DGSKA in Berlin gegründet; 2018 entstand das European Network for Psychological Anthropology (ENPA) der European Assosciation for Social Anthropology (EASA) unter dem Vorsitz von Jun-Prof. Dr. Thomas Stodulka.

 

SFB 1171 Affective Societies
BGSMCS
Berlin Southern Theory Lecture