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Über den Schwerpunkt STS und Umweltethnologie

Transport von Jungpflanzen auf das Testfeld für GM Bananen in Kawanda

Transport von Jungpflanzen auf das Testfeld für GM Bananen in Kawanda
Bildquelle: Sandra Calkins

Die aktuellen Lehr- und Forschungsschwerpunkte des Arbeitsbereichs „STS und Umweltethnologie“ lassen sich grob in drei Schwerpunkte gliedern:

I. Postkoloniale STS in Afrika:

Ansätze der postkolonialen und feministischen Wissenschafts- und Technikforschung inspirieren diesen Schwerpunkt. Basierend auf verschiedenen empirischen Forschungsprojekten untersucht der Arbeitsbereich die Modi der wissenschaftlichen Kooperation zwischen Institutionen aus dem Globalen Norden und Süden, Technopolitik, koloniale Überbleibsel und die historische Schichtung von infrastrukturellen und technologischen Neuerungen.

Damit zusammenhängend setzt sich der Arbeitsbereich mit Fragen der Dekolonisierung auseinander und fragt, wie die Sozialwissenschaften – jenseits euro-amerikanischer Wissenshegemonien - neu ausgerichtet werden müssen. Siehe auch die jährliche „Berlin Southern Theory Lecture“ (verlinken).

II. Umwelt, Multispezies Studien und Pflanzen:

Umweltfragen rücken im Hinblick auf aktuelle Krisen immer mehr ins Zentrum der politischen und ethnologischen Aufmerksamkeit. Im Mittelpunkt der Forschung stehen aktuell Mensch-Pflanzen-Beziehungen – von kolonialer Bioprospektion und botanischer Forschung zu gegenwärtigen internationalen Bestrebungen zur Zucht und Bewahrung von Feldfrüchten. Wir beschäftigen uns in Lehre und Forschung mit der transnationalen Mobilität von Pflanzen und Pflanzenforschung, sich global ausbreitenden Seuchen, der Ökosystemmetapher und lokalem Umweltwissen. In diesem Schwerpunkt setzen wir uns ferner kritisch mit den Multispezies Studien auseinander, d.h. konkret mit theoretischen Versuchen, das Verhältnis von Menschen und anderen Organismen, speziell Pflanzen, nicht anthropozentrisch zu denken. Hier kollaborieren wir mit Albert-Dieter Stevens (Botanischer Garten und Botanisches Museum (BGBM), Berlin) im Drittmittelprojekt “Pflanzen berühren. Affektive Dynamiken im Botanischen Garten und Botanischen Museum an der Freien Universität Berlin” (link).

III. Ernährung, Globale Gesundheit, Toxizität

In diesem Themenfeld widmen wir uns Fragen der Ernährung, der globalen Gesundheit sowie der toxischer Expositionen, die gerade durch Umweltzerstörung, rapides Bevölkerungswachstum und zunehmender Verstädterung eine neue Brisanz erlangen. Wir beschäftigen uns u.a. auch mit Ansätzen der planetarischen Gesundheit, in denen Gesundheit nicht mehr primär auf der Ebene der menschlichen Spezies gefasst, sondern die ökologische und biosoziale Verschränkung unterschiedlicher Arten betont und mitgedacht wird (z.B. im Rahmen der European University Alliance UNA im Bereich One Health.

SFB 1171 Affective Societies
BGSMCS
Berlin Southern Theory Lecture