Spitzenfrauen im Fokus der Medien. Die mediale Repräsentation von weiblichen und männlichen Führungskräften in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft
- Studentische Mitarbeit: Saskia Sell, M.A., Sandra Schröpfer, B.A. (Leuphana Universität Lüneburg)
- Erweiterte Projektmitarbeit: Dr. Elke Grittmann (Universität Hamburg)
EU, ESF, BMBF
Das Projekt untersucht die mediale Repräsentation von Frauen in Spitzenpositionen von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft im Vergleich zu Männern, um damit die geschlechtsgebundenen, medialen Darstellungsweisen von Status und beruflichem Erfolg analytisch zu fassen. Das Forschungsprojekt gemeinsam mit Prof. Röser (Universität Lüneburg) wurde vom BMBF und ESF (Europäischer Sozialfond) gefördert.
Das Projekt untersucht die mediale Repräsentation von Frauen in Spitzenpositionen von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft im Vergleich zu Männern, um damit die geschlechtsgebundenen, medialen Darstellungsweisen von Status und beruflichem Erfolg analytisch zu fassen. Es verbindet quantitative und qualitative Text- und Bildanalysen mit Kontextanalysen der Produktion und Rezeption. Für die gesellschaftliche Wahrnehmung von Spitzenfrauen sind die Mediendarstellungen besonders zentral, weil nur wenige Menschen auf diesem Feld über eigene soziale Alltagserfahrungen verfügen. Die Medienbilder können Erfolgs- und Misserfolgsbedingungen der Akteurinnen selbst moderieren. Darüber hinaus haben sie Einfluss auf allgemeine Rollenvorstellungen und konkrete Lebensmodelle junger Frauen und Männer.
Das Projekt verbindet in der Medienanalyse eine Erhebung der medialen Sichtbarkeit von Frauen in politischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Spitzenpositionen im Vergleich zu Männern (quantitative Inhaltsanalyse) mit der Analyse der geschlechtsgebundenen Attribuierungen, die der Medienberichterstattung zu Grunde liegen (qualitative Text- und Bildanalyse). Zusätzlich werden in Kontextanalysen Strukturen und Bedingungen untersucht, die für die geschlechtsgebundene Berichterstattung ursächlich sind (Produktionsanalyse). An einem ausgewählten Sample wird schließlich analysiert, welche Relevanz und Bedeutung junge Frauen und Männer den vorgefundenen geschlechtsgebundenen Images des Spitzenpersonals in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zuschreiben (Rezeptionsanalyse).
Projektpublikation
Margreth Lünenborg/ Jutta Röser (Hg.) (2012): Ungleich mächtig. Das Gendering von Führungspersonen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in der Medienkommunikation. Bielefeld: transcript.
Publikationen zu den Teilprojekten der FU
An der Arbeitsstelle Journalistik sind sowohl die Produktionsanalyse als auch die qualitative Textanalyse durchgeführt worden. In diesem Zusammenhang sind folgende Publikationen entstanden:
Margreth Lünenborg, Tanja Maier 2013: „Machtschattengewächse“. Textanalyse der Politikberichterstattung. In: Gender Media Studies. Eine Einführung. Konstanz: UVK, S. 149-162.
Tanja Maier 2013: At the Top? Mediale Bilder von Personen in Spitzenpositionen der Wissenschaft und Wirtschaft. In: WZB discussion paper. März 2013. Broschüre 57 Seiten.
Tanja Maier / Margreth Lünenborg 2012: Sprachliche Inszenierungen von Macht und Geschlecht. In: Margreth Lünenborg, Jutta Röser (Hg.): Ungleich mächtig. Das Gendering von Spitzenpersonal in der Medienkommunikation. Bielefeld: transcript, S. 65-126.
Margreth Lünenborg, Tanja Maier 2012: „Wir bemühen uns, die Gesellschaft adäquat abzubilden.“ Geschlechterkonstruktionen durch den Journalismus. In: Margreth Lünenborg, Jutta Röser (Hg.): Ungleich mächtig. Das Gendering von Spitzenpersonal in der Medienkommunikation. Bielefeld: transcript, S. 173-202.
Margreth Lünenborg, Jutta Röser 2012: Geschlecht und Macht in den Medien – ein integratives Forschungsdesign. In: Margreth Lünenborg, Jutta Röser (Hg.): Ungleich mächtig. Das Gendering von Führungspersonen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in der Medienkommunikation. Bielefeld: transcript. S. 5-36.
Margreth Lünenborg, Jutta Röser, Tanja Maier, Kathrin Müller 2011: Gender Analysis of Mediated Politics in Germany. In: Tonny Krijnen, Claudia Alvares, Sofie van Bauwel (Hg.): Gendered Transformations. Theory and Practices on Gender and Media. Chicago: Intellect, S.57-75
Tanja Maier, Margreth Lünenborg 2011: Zur medialen Sichtbarkeit von wirtschaftlichen Spitzenkräften. In: Bundesministerium für Bildung/Forschung (Hg.): Frauenkarrieren in Unternehmen - Forschungsergebnisse und Handlungsoptionen. Berlin: Bundesministerium für Bildung und Forschung, S. 26-32
Margreth Lünenborg, Tanja Maier 2011: Zur medialen Sichtbarkeit von wirtschaftlichen Spitzenkräften. In: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.): Aktionärinnen fordern Gleichberechtigung – 2011. Erhöhung des Frauenanteils im europäischen Kontext. Berlin. S. 43-49
Margreth Lünenborg, Jutta Röser, Tanja Maier, Kathrin Müller, Elke Grittmann 2009: Merkels Dekolleté als Mediendiskurs. Eine Bild-, Text- und Rezeptionsanalyse zur Vergeschlechtlichung einer Kanzlerin. In: Margreth Lünenborg (Hg.): Politik auf dem Boulevard? Die Neuordnung der Geschlechter in der Politik der Mediengesellschaft. Bielefeld: transcript, S. 73-102
Margreth Lünenborg 2009: Medienbilder hinken der gesellschaftlichen Wirklichkeit hinterher. in: FrauenRat, Themenheft: Vielfältig gebrochen. Frauenbilder in den Medien. Heft 6/09, S. 6-8.
Presse (Auswahl)
Bericht über die Abschlusstagung im Tagesspiegel: "Spitzenfrauen sind kaum sichtbar", 23. Juni 2010
Bericht über die Abschlusstagung in der Frankfurter Rundschau: "Medien, Merkel und keine Männer", 22. Juni 2010
Interview mit Margreth Lünenborg im Inforadio (RBB): "Männer dominieren in der Medienberichterstattung", 21. Juni 2010
Interview mit Margreth Lünenborg auf HR Info: "Die mediale Darstellung von Spitzenpersonal in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft", 3. März 2010
Interview mit Margreth Lünenborg bei radioeins (RBB): "Die mediale Darstellung von Männern und Frauen in Spitzenpositionen", 5. September 2009