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Neue Veröffentlichungen: Journalistische Cross-Border-Kollaborationen unter der Lupe

News vom 22.03.2021

Die Enthüllungen der Panama Papers im Jahr 2016 über systematischen Steuerbetrug lösten globales Entsetzen aus – möglich gemacht durch eine Cross-Border-Kollaboration von Journalist*innen und Medienorganisationen aus 76 Ländern. Neben solchen Paradebeispielen wird journalistische Cross-Border-Teamarbeit auch durch Netzwerke wie Hostwriter oder Events wie Dataharvest gefördert. Annett Heft, Forscherin der Forschungsgruppe 15 am Weizenbaum-Institut sowie der Arbeitsstelle Kommunikationstheorie/Medienwirkungsforschung, untersucht in ihrer neuen Veröffentlichung “Transnational Journalism Networks ‘From Below’. Cross-Border Journalistic Collaboration in Individualized Newswork” solche Kollaborationen jenseits der großen Medienorganisationen. Ihr Fokus liegt dabei auf den Gründen von Journalist*innen für die Zusammenarbeit, der Umsetzung sowie den Vorteilen und Herausforderungen dieser Kollaborationen. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass “bottom-up collaborations contribute to a normalization of the practice” und Plattformen wie Hostwriter und Dataharvest “foster a developing network of open-minded and multicultural practitioners".
Zur Studie, veröffentlicht in der neuesten Ausgabe von Journalism Studies geht es hier.

In einer weiteren Fallstudie von Annett Heft und Stephan Baack, assoziierter Wissenschaftler am Weizenbaum-Institut sowie der Mozilla Foundation, wird das Thema erneut anhand einer Kollaboration von sieben europäischen Medien aufgegriffen. “Europe’s Far Right” ist ein Netzwerk bestehend aus sieben Zeitungen, welches rechte Parteien, ihre Aktivitäten und Strategien im Vorfeld der Wahlen des EU-Parlaments 2019 untersucht hat. Die Studie “Cross-bordering journalism: How intermediaries of change drive the adoption of new practices” führt in das Konzept von ‘intermediaries of change’ ein: einzelne Journalist*innen, welche die Annahme und Normalisierung von Cross-Border-Arbeit in ihrem regulären Arbeitsumfeld voranbringen. Die Interviews mit den Projektmitgliedern lassen die Autor*innen zu dem Schluss kommen, dass “the network expanded journalists’ research capacity and entails a ‘domino effect’ since journalists gain experience and establish cross-national ties, which enable them to better establish follow-up collaborations".
Der Artikel ist als Open-Access-Publikation in Journalism hier zu finden.

 

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