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“Die nächste Krise kommt gewiss.”

Klaus Jacob und Annette Töller zeigen in einem Artikel auf, wie Umweltpolitik das Unumgängliche umgänglich machen kann.

News vom 06.04.2022

In der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift “politische ökologie” beleuchten Klaus Jacob und Annette Elisabeth Töller, Fern-Universität Hagen und Mitglied des Sachverständigenrates für Umweltfragen, das mehrdeutige Verhältnis zwischen Umweltpolitik und Krisen. Sie erläutern anhand von Beispielen, wie nicht originär umweltbezogene Krisen den Interessen der Umweltpolitik zum Vor- oder Nachteil sein können. 

Sie konzipieren drei Wirkungsdimensionen von Krisen: Als Agendaeffekt wird die Wirkung bezeichnet, die Krisen auf die Priorisierung politischer Handlungsbedarfe ausüben. Andererseits identifizieren sie die empirischen Umwelteffekte als Wirkungsdimension von Krisen, wobei diese wiederum beeinflussen können, ob umweltpolitischer Handlungsdruck entsteht. Schließlich bezeichnen sie als Ideologieeffekt eine krisenbedingte Veränderung der Weltanschauung. 

Angesichts der Unausweichlichkeit von Krisen plädieren sie für eine präventive Vorbereitung auf mögliche Szenarien, sowohl im Umweltbereich als auch darüber hinaus. Diese Antizipation potentieller Szenarien könnte einen wesentlichen Grundstein für umweltpolitische Strategieformulierung darstellen.  

Der Beitrag wurde vor dem Überfall Russlands auf die Ukraine verfasst – die unmittelbar danach einsetzende Debatte zu klima- und umweltpolitischen Implikationen bestätigt und unterstreicht aber die identifizierten Wirkungspfade. 

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