Transdisziplinäre Forschung zur Entsorgung hochradioaktiver Abfälle in Deutschland (TRANSENS)

Mitarbeiter/innen:
Förderung:

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und Volkswagenstiftung

Projektlaufzeit:
01.10.2019 — 30.09.2024
Ansprechpartner/in:
PD Dr. Achim Brunnengräber

Projektpartner:                 

TU Clausthal mit Institut für Endlagerforschung, Lehrstuhl für Deponietechnik und Geomechanik und risicare GmbH Zürich

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel mit Lehrstuhl für Philosophie und Ethik der Umwelt und Institut für Informatik/Web Science

Karlsruher Institut für Technologie, Institut für Nukleare Entsorgung

Karlsruher Institut für Technologie, Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse

LU Hannover mit Institut für Werkstoffkunde, Institut für Radioökologie und Strahlenschutz und ETH Zürich, Transdisziplinaritäts-Laboratorium des Departments Umweltsystemwissenschaften

Öko-Institut e.V. - Institut für angewandte Ökologie

TU Berlin, Fachgebiet Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik

TU Braunschweig mit Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz und Institut für Grundbau und Bodenmechanik

Universität Kassel, Fachgebiet Arbeits- und Organisationspsychologie


Beschreibung:

TRANSENS ist ein Verbundvorhaben, in dem 17 Forschungsteams aus neun deutschen und zwei Schweizer Universitäten und Einrichtungen zusammenarbeiten. In TRANSENS soll transdisziplinär geforscht werden: Die interessierte Öffentlichkeit und andere außerakademische Akteure werden planvoll in Forschungskontexte, konkret in Transdisziplinäre Arbeitspakete (TAP) eingebunden:

  • HAFF: Handlungsfähigkeit und Flexibilität in einem reversiblen Verfahren
  • SAFE: Safety Case: Stakeholder-Perspektiven und Transdisziplinarität
  • TRUST: Technik, Unsicherheiten, Komplexität und Vertrauen
  • DIPRO: Dialoge und Prozessgestaltung in Wechselwirkung von Recht, Gerechtigkeit und Governance

Die Möglichkeiten transdisziplinärer Forschung in der nuklearen Entsorgung werden im Verbund systematisch reflektiert (Transdisziplinaritätsforschung). Spezielle Aktivitäten zielen auf Nachwuchsförderung und Kompetenzerhalt.

                

Dialoge und Prozessgestaltung in Wechselwirkung von Recht, Gerechtigkeit und Governance (DIPRO)

Die Standortsuche für ein Endlager ist weltweit ein vertracktes Unterfangen. Verschiedene Interessen von Akteuren tragen hierbei zu verschiedenen Problemdeutungen und der Entstehung von Konflikten bei. Annäherungen an eine Ideallösung (sog. „clumsy solutions“) verlangen allen Akteuren Kompromisse ab – Kompromisse, die kurz-, mittel- und langfristig von Bedeutung sind. Anhand der Komplexität des Projektes greifen der rechtliche Rahmen, die Formen der politischen Regulierung und das Gerechtigkeitsempfinden dabei rational und emotional auf eine Art und Weise ineinander, die sowohl förderlich als auch hemmend wirken kann. Dialogische Klärungen, politische Rahmungen und rechtliche Eckpunkte für den Umgang mit hoch radioaktiven Abfällen und zivilgesellschaftliches Engagement können aber die Gelingensbedingungen entscheidend verbessern. Auf den Grundpfeilern disziplinärer und interdisziplinärer Forschung werden daher in Workshops die interessierte Öffentlichkeit und Stakeholder eingebunden, um sowohl politische wie wissenschaftliche Erkenntnisse für eine erfolgreiche, medial begleitete Prozessgestaltung generieren zu können.

 

Formative und reflektierende Begleitung der transdisziplinären Entsorgungsforschung

In dem geplanten Verbundvorhaben sind die beiden Fragen zentral, wie erstens ein transdisziplinärer Forschungsprozess gestaltet werden soll und zweitens welcher ‚Mehrwert‘ gegenüber traditioneller disziplinärer oder interdisziplinärer Forschung (also ohne Beteiligung von Nicht-Spezialisten) geschaffen werden kann. Des Weiteren findet eine begleitende Untersuchung statt, die eine „formative“, d. h. auf die Verbesserung des laufenden Vorhabens gerichtete, und professionelle (Selbst-)Beobachtung durch inter- und transdisziplinäre Spezialisten sowie eine theoretisch-konzeptionelle Selbstreflexion ermöglicht, also „Transdisziplinaritätsforschung“ leistet.

 

Veröffentlichungen des FFU zum Thema

Brunnengräber, Achim; Di Nucci, Rosaria (Eds.) (2019):

Conflicts, Participation and Acceptability in Nuclear Waste Governance

An International Comparison, Volume III

https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-27107-7

 

Brunnengräber, Achim; Di Nucci, Rosaria; Isidoro Losada, Ana Maria; Mez, Lutz

(Eds.) (2018):

Challenges of Nuclear Waste Governance

An International Comparison, Volume II

https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-21441-8

 

Brunnengräber, Achim; Di Nucci, Rosaria; Isidoro Losada, Ana Maria; Mez, Lutz;

Schreurs, Miranda (Eds.) (2015):

Nuclear Waste Governance

An International Comparison, Volume I

https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-08962-7

 

Brunnengräber, A. (Hg.) (2016):

Problemfalle Endlager. Gesellschaftliche Herausforderungen im Umgang mit Atommüll.

Baden-Baden: edition sigma in der Nomos Verlagsgesellschaft.

 

Brunnengräber, A. (2018):

Ewigkeitslasten. Die „Endlagerung“ radioaktiver Abfälle als soziales, politisches und wissenschaftliches Projekt.

Baden-Baden: 2., überarbeitete Aufl., edition sigma in der Nomos Verlagsgesellschaft und in der Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung.

 

Di Nucci, M. R.; Brunnengräber, A. (2017):

In whose backyard? The wicked problem of siting nuclear waste repositories.

European Policy Analysis EPA 3 (2), S. 295-323.

 

Di Nucci, M. R.; Brunnengräber, A.; Isidoro Losada, A. M. (2017):

From the „right to know” to the „right to object” and „decide”. A comparative perspective on participation in siting procedures for high level waste repositories.

Progress in Nuclear Energy 100 (2017), S. 316-325.